Wenn Sie sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden und Hilfe benötigen, aber nicht wissen, an wen man sich wenden kann.
Eine erste und grundlegende Empfehlung ist, Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe aufzunehmen, die sich mit der eigenen Erkrankung befasst.
Auskünfte dazu erhalten Sie bei der Stadtverwaltung Ihrer nächstgelegenen Stadt oder über entsprechende Selbsthilfekontaktstellen.
- Selbsthilfekontakt- Beratungsstellen wie die KISS
- kommunale Möglichkeiten
- Online- Angebote
Manche Gedanken drängen sich plötzlich auf und wirken beunruhigend oder sogar er-schreckend. In der Psychologie spricht man hier von sogenannten „intrusiven Gedanken“.
Dabei handelt es sich um aufdringliche Gedanken oder Vorstellungen, die oft nicht zum eigenen Wertesystem passen und deshalb besonders verunsichern können.
Solche Gedanken sind in einem gewissen Rahmen normal und bedeuten nicht, dass man entsprechend handeln wird - „Sie dürfen nicht alles glauben, was Sie denken.“
Mehr zum Verständnis solcher Gedanken und warum sie entstehen, finden Sie im Folgen dieser Linkangabe: -► Was sind intrusive Gedanken?
Weitere Möglichkeiten, Gedankenströme zu durchbrechen:
- Gespräche führen, denn der Austausch mit einer vertrauten Person kann helfen, Gedanken zu ordnen und neue Perspektiven zu entwickeln.
- Grübelzeit in einem bewusste gesetztes „Denkzeitfenster“ (z. B. 10–15 Minuten) begrenzen um Grübeln zu strukturieren. Wichtig ist dabei auch ein klar gesetztes Ende.
- Rückkehr ins Hier und Jetzt indem man sich nach der Grübelzeit bewusst auf den eigenen Körper konzentrierent, ruhig sitzen oder liegen bleibt , bewusst atmet, den Körper wahrnehmimmt und sich selbst sagt: „Jetzt ist meine Grübelzeit beendet“
Diese bewusste Konzentration hilft, Gedanken loszulassen und wieder zur Ruhe zu kommen und
Gedanken ziehen lassen
Manchen Menschen hilft es, Gedanken bewusst weiterziehen zu lassen – z. B. bildlich wie Wolken am Himmel.
Mehr praktische Übungen und konkrete Strategien finden Sie hier:
- -► Gedankenkarussell stoppen: Wie du aufhörst, zu viel nachzudenken
- -► Wie du dein Gedankenkarussell stoppen und wieder ruhiger denken kannst
Gedankenkarussell am Abend
Gerade abends oder nachts nehmen Grübelgedanken häufig zu. Ursache dafür ist unter anderem, dass bestimmte „Filter“ im Gehirn dann weniger stark arbeiten und Gedanken intensiver wahrgenommen werden.
Wenn keine Ruhe einkehrt, kann es helfen, aufzustehen und Gedanken aufzuschreiben.
Auch bildhafte Vorstellungen können dabei helfen, Gedanken besser einzuordnen und zu beruhigen.
Vertiefende Inhalte und weiterführende Ansätze finden Sie hier:
- -► „Gedankenwohnungen“ – weiterführende Betrachtungen von Johannes Faupel
- -► Leseprobe zum Buch „Gedankenwohnung“
Oft sind es einfache, wiederkehrende Abläufe, die dem Körper und dem Geist signalisieren: „Der Tag ist jetzt abgeschlossen.“
Das können zum Beispiel sein:
- das Handy zu einer festen Zeit beiseitelegen
- ein paar Seiten lesen
- ruhige Musik hören
- leichte Entspannungsübungen, z. B. Atemübungen oder Meditation
- den Tag mit einem kurzen Gedanken abschließen, z. B.: „Was war heute gut?“ oder „Was möchte ich nicht mit in den nächsten Tag nehmen?“
Viele Grübelgedanken stehen in engem Zusammenhang mit innerer Selbstkritik.
Hilfreich kann es sein, den eigenen inneren Umgangston bewusst zu hinterfragen. "Würde ich mit einem anderen Menschen genauso streng sprechen wie mit sich selbst"?
Ein solcher Perspektivwechsel kann spürbar entlasten und den inneren Druck verringern.
Auch im Internet gibt es hilfreiche Programme und Angebote, die dabei unterstützen können, mit depressiven Belastungen umzugehen – sowohl für Betroffene als auch für Angehörige.
Einige Programme arbeiten mit Methoden aus der kognitiven Verhaltenstherapie und helfen dabei, Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen besser zu verstehen und zu verändern.
Weitere Informationen und Beispiele finden Sie hier:
- -► Moodgym (Online-Selbsthilfeprogramm)
Stabil bleiben und Rückfälle vermeiden
Depressionen können immer wieder auftreten – oft auch ohne einen klar erkennbaren Auslöser.
Umso wichtiger ist es, auf sich selbst zu achten und frühzeitig gegenzusteuern.
Hilfreich kann es sein:
- auf Warnsignale des eigenen Körpers zu achten
- sich bewusst kleine, erreichbare Ziele zu setzen
- regelmäßige Strukturen im Alltag beizubehalten
- sich Unterstützung zu holen, bevor die Belastung zu groß wird
Weitere hilfreiche Hinweise und vertiefende Informationen finden Sie hier:
© Lebensumwege-Selbsthilfe-bei-Depressionen - Selbsthilfe für Betroffene und Angehörige
